Phasengitter

Phasengitter: Akustische Streuung durch Helmholtz-Resonatoren

Ein Phasengitter ist eine periodische Oberflächenstruktur, die auftreffenden Schall gezielt streut, anstatt ihn lediglich zu reflektieren oder zu absorbieren. Dies wird durch eine präzise Variation der Wandimpedanz (des akustischen Widerstands) erreicht.

Funktionsprinzip: Reflexion und Phase

Die Wirkung eines solchen Gitters basiert auf dem komplexen Reflexionsfaktor, der zwei zentrale Informationen liefert:

  • Betrag: Gibt den Anteil der reflektierten Energie an (1 = totale Reflexion, 0 = totale Absorption).
  • Phase: Beschreibt den zeitlichen Versatz (Phasensprung) der Schallwelle bei der Reflexion.
Ein effektiver Diffusor minimiert die Absorption, beeinflusst aber die Phase der reflektierten Wellen so massiv, dass sich diese gleichmäßig in verschiedene Richtungen verteilen.

Helmholtz-Resonatoren als „Phasenschieber“

Helmholtz-Resonatoren eignen sich ideal zur Phasensteuerung. In der Nähe ihrer Resonanzfrequenz kann sich die Phase der reflektierten Welle theoretisch um bis zu 180° drehen.

  • Geringe Dämpfung: Je schwächer der Resonator gedämpft ist, desto geringer ist die Absorption und desto breiter ist der wirksame Bereich der Phasendrehung.
  • Kombination: Durch das Nebeneinanderlegen unterschiedlich abgestimmter Resonatoren entstehen die notwendigen Phasendifferenzen zwischen benachbarten Wandbereichen.

Konstruktionsmöglichkeiten

Basierend auf Untersuchungen von Meyer, Kuttruff und Rischbieter werden in der Praxis meist streifenförmige Anordnungen genutzt. Es gibt zwei Wege, die Resonanzfrequenzen zu variieren:

  1. Variable Volumina: Identisches Lochmuster bei unterschiedlichen Hohlraumtiefen hinter den Streifen.
  2. Variable Lochung: Identische Hohlraumtiefe bei unterschiedlichen Lochmustern (Durchmesser oder Abstände) in der Frontplatte.

Optimale Dimensionierung für maximale Streuung

Parameter Empfehlung
Frequenzabstand Die Resonanzfrequenzen sollten ca. 3 bis 4 Terzen auseinanderliegen.
Bandbreite Gute Streugrade werden über einen Bereich von etwa 2 Oktaven erzielt.
Geometrie Die höchste Streuwirkung entsteht bei gleicher Breite beider Resonatorstreifen.
Definitionen:
Terz: Frequenzverhältnis von $1 : 2^{1/3}$ (ca. $1 : 1,26$).
Oktave: Frequenzverhältnis von $1 : 2$.

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