Raumakustik

Grundlagen der Raumakustik: Schall verstehen und steuern

Um die Akustik in einem Raum gezielt zu optimieren, ist es notwendig, die physikalische Ausbreitung des Schalls zu verstehen. Dabei verhalten sich tiefe und hohe Frequenzen grundlegend unterschiedlich. Die Grenze zwischen diesen Bereichen wird als Grenzfrequenz bezeichnet.

Diese Grenzfrequenz ist nicht starr, sondern hängt maßgeblich vom Raumvolumen ab. Während sie in einem Auto bei etwa 400 Hz liegt, sinkt sie in einem Wohnzimmer auf ca. 180 Hz und in einem Konzertsaal auf rund 30 Hz. Der Übergang zwischen diesen akustischen Welten ist fließend.

Hohe Frequenzen: Das Modell der Strahlen (Geometrische Akustik)

Weit oberhalb der Grenzfrequenz ist die Wellenlänge des Schalls klein im Verhältnis zu den Raumdimensionen. In diesem Bereich gilt das Modell der geometrischen Akustik: Schall breitet sich wie Lichtstrahlen geradlinig aus und wird von den Wänden reflektiert.

  • Nachhallzeit: Das bekannteste Kriterium für die "Halligkeit" eines Raumes.
  • Schallpegel: Je länger die Nachhallzeit, desto höher ist der allgemeine Geräuschpegel im Raum.

Bei jeder Reflexion an einer Wand verliert der Schallstrahl Energie. Hier setzen klassische Absorber an, um die Nachhallzeit zu regulieren.

Tiefe Frequenzen: Das Modell der Wellen (Wellentheoretische Akustik)

Deutlich unterhalb der Grenzfrequenz greift das Strahlenmodell nicht mehr. Hier dominieren Raumeigenmoden – dreidimensionale stehende Wellen, die bei spezifischen Frequenzen auftreten.

Dies führt zu einer ungleichmäßigen Schalldruckverteilung im Raum: An manchen Stellen wird der Bass als extrem laut und dröhnend wahrgenommen, an anderen Stellen ist er kaum hörbar. Die Kontrolle dieser tiefen Frequenzen ist baulich meist deutlich aufwendiger als die Dämpfung hoher Töne.

Technologischer Vergleich: Wo der HSA3 ansetzt

Herkömmliche akustische Lösungen basieren oft auf porösen Materialien (wie Mineralwolle oder Schaumstoffen) oder massiven Plattenresonatoren. Der HSA3 bietet als mikroperforierter Absorber technologische Vorteile in Bereichen, in denen Standard-Systeme an ihre Grenzen stoßen:

  • Faserfreie Hygiene: Im Gegensatz zu Mineralwolle oder offenen Schaumstoffen ist der HSA3 vollkommen faserfrei. Es gelangen keine Partikel in die Atemluft, was ihn ideal für Allergiker und sensible Umgebungen macht.
  • Geringe Bautiefe bei hoher Effizienz: Durch die präzise Mikroperforation wird die Luftreibung direkt in der Materialoberfläche zur Absorption genutzt. Dadurch erzielt der HSA3 Wirkungsgrade, für die klassische Absorber oft deutlich dickere Materialschichten benötigen würden.
  • Materialunabhängigkeit: Während poröse Absorber auf ihre weiche Struktur angewiesen sind, lässt sich das HSA3-Prinzip auf feste, langlebige Oberflächen übertragen, die robuster und leichter zu reinigen sind.
  • Breitbandige Wirkung: Durch die Abstimmung der Lochgeometrie kann der HSA3 gezielter auf spezifische Frequenzbereiche eingestellt werden als herkömmliche Standard-Absorberplatten.

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