Maximalfolgen-Diffusoren
Maximalfolgen-Diffusoren (MLS)
Maximalfolgen-Diffusoren, oft auch als MLS-Diffusoren bezeichnet, nutzen mathematische Prinzipien der Zahlentheorie, um Schallwellen gleichmäßig im Raum zu verteilen. Die Grundlage bildet eine spezielle Abfolge der Zahlen +1 und -1, die als Maximalfolge bekannt ist.
Das mathematische Geheimnis: Weißes Spektrum
Was diese Folgen für die Akustik so wertvoll macht, ist die Eigenschaft ihrer Fourier-Transformation: Sie besitzen ein weißes Spektrum.
- Audiotechnik: Ein entsprechendes Signal klingt wie weißes Rauschen.
- Architektur-Akustik: Eine nach diesem Muster gebaute Oberfläche streut auftreffenden Schall nahezu perfekt gleichmäßig in alle Richtungen.
Aufbau und Konstruktion
Ein klassischer MLS-Diffusor besteht aus einer Abfolge von Vertiefungen und Erhöhungen (zwei verschiedene Tiefen).
- Trennplatten: Zwischen unterschiedlich tiefen Streifen sollten dünne, feste Trennwände eingebaut werden. Diese verhindern Druckausgleichsbewegungen und verbessern die Streuung bei schrägem Schalleinfall.
- Die optimale Tiefe: Die maximale Streuwirkung wird bei der Frequenz erzielt, deren Viertelwellenlänge (λ/4) genau der Tiefe der Vertiefungen entspricht.
- Streifenbreite: Damit die Streuung präzise funktioniert, sollte die Breite eines einzelnen Streifens maximal eine halbe Wellenlänge (λ/2) betragen.
Vor- und Nachteile
Obwohl MLS-Diffusoren theoretisch eine perfekte Streuung liefern, haben sie in der Praxis eine Einschränkung:
Von der Linie zur Fläche: 2D-Diffusoren
Während ein streifenförmiger Diffusor Schall nur in einer Ebene senkrecht zu den Streifen streut, ermöglichen zweidimensionale Diffusoren eine halbkugelförmige Streuung.
Hierfür werden zwei unabhängige Maximalfolgen mathematisch multipliziert. Das Ergebnis ist ein schachbrettartiges Muster aus quadratischen Feldern mit zwei verschiedenen Höhen, das den Schall sowohl horizontal als auch vertikal effektiv verteilt.