Absorber
Absorber: Die Physik der Schallbeseitigung
Um Schall in einem Raum gezielt zu dämpfen, wird Schallenergie nicht vernichtet, sondern physikalisch in Wärme umgewandelt. In der modernen Akustik nutzen wir hierfür drei grundlegende Mechanismen.
1. Poröse Absorber: Reibung in der Struktur
Bei porösen Absorbern wird die Schwingung der Luftteilchen durch die Materialstruktur gebremst. In den feinen Gängen entsteht Reibungswärme, die der Schallwelle Energie entzieht.
- Materialien: Textilien, Akustikputze und offenporige Schaumstoffe.
- Kantenabsorber: Eine Sonderform, die direkt in Raumkanten eine besonders hohe Wirksamkeit bei tiefen Frequenzen erreicht.
2. Plattenabsorber: Schwingende Oberflächen
Ein Plattenabsorber nutzt eine geschlossene Oberfläche vor einem Luftvolumen. Der Schall versetzt die Platte in Schwingung; diese Energie wird durch innere Reibung in Wärme umgewandelt.
3. Helmholtz-Resonatoren und Mikroperforation (HSA3)
Dieses Prinzip basiert auf dem Mitschwingen einer Luftmasse in einer Öffnung. Bei der Resonanzfrequenz wird die Luft in der Öffnung stark bewegt und durch Reibung gebremst.
Der technologische Fortschritt durch HSA3
Als mikroperforierter Absorber nutzt der HSA3 mikroskopisch kleine Löcher (Radius < 1 mm) bei einer geringen Perforation unter 4%. Er übertrifft klassische Systeme in mehreren Punkten:
- Verzicht auf Füllstoffe: Da die Luftreibung an den Lochwänden bereits ausreicht, ist das System absolut faserfrei und hygienisch.
- Transparenz: Ohne interne Dämmstoffe kann der HSA3 aus klaren Materialien wie Acrylglas gefertigt werden – perfekt für moderne Glasarchitektur.
- Langlebigkeit: Die Struktur bleibt über Jahrzehnte wartungsfrei, ohne zu zerbröseln oder Staub zu binden.
Messung der Wirksamkeit: Der Absorptionsgrad
Die Effizienz wird durch den Absorptionsgrad angegeben: Ein Wert von 0 bedeutet totale Reflexion, ein Wert von 1 vollständige Absorption.
Misst den Absorptionsgrad bei senkrechtem Schalleinfall für Forschung und Entwicklung.
Misst den statistischen Schalleinfall für die Praxis. Werte > 1 sind durch Beugungseffekte an Prüfflächenrändern möglich.